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 PCF-KMU | Fallbeispiele | Beispiel 1 Wein
Beispiel 1 Wein
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Beispiel 5 Tee
   
Rieslingwein vom Grünschiefer



Aufteilung des PCF für eine Flasche Riesling prinzsalm

(Juni 2013)


Für einen biologisch angebauten Riesling-Wein des Weinguts Prinz Salm (Wallhausen) wurde ebenfalls eine PCF-Berechnung vorgenommen. Die Berechnung der Treibhausgasemissionen für den gesamten Produktlebenszyklus einer 0,75 l-Flasche Riesling prinzsalm, bezogen auf 45 Jahr Nutzungsdauer des Weinbergs, ergeben 0,96 kg CO2-Äquivalente.  Den größten Anteil daran hat die Produktion, wobei die Herstellung der Weinflasche den größten Beitrag liefert.


Die Emissionen aus der Rohstoffgewinnung, die den zweitgrößten Anteil am PCF darstellt, werden maßgeblich durch den Einsatz des Traktors bei der Bewirtschaftung des Weinbergs verursacht. Die steile Lage des Weinbergs führt zu einem relativ hohen Dieselverbrauch. Zudem führt der Verzicht auf Herbizide beim ökologischen Weinbau dazu, dass zur Unkrautbekämpfung mehr mechanische Bodenbearbeitung mittels Traktor durchgeführt wird und damit der Dieselverbrauch im Vergleich zu konventionellen Anbau zunimmt.

Die Nutzungs- und Entsorgungsphase machen nur einen geringen Anteil aus.


Die Produktionsphase hat nur deshalb den größten Anteil des Carbon Footprints für dieses Produkt, da ihr in dieser Erhebung auch die Flaschenherstellung zugeordnet wurde. Würde sie der Rohstoffgewinnung zugeschrieben, hätte diese Lebenszyklusphase den größten Anteil.


Obwohl die Distribution des Weins über weite Entfernungen erfolgt, ist der Anteil am gesamten PCF relativ gering, da Bahn- und Schiffstransport vergleichsweise klimafreundlich sind.


Kurzfassung Riesling prinzsalm



Kurzfassung DLR-Rieslingwein



Aufteilung des PCF für DLR Riesling

(Juni 2013)


Die Erhebung des PCF für eine 0,75 l-Flasche Riesling des Staatsweinguts Bad Kreuznach im Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück (DLR) zeigt, dass Rohstoffgewinnung und Vertrieb den größten Anteil an den gesamten Treibhausgasemissionen ausmachen. Der Schwerpunkt der Untersuchung lag auf der Anbauphase, in der die einzelnen Prozessschritte detailliert untersucht wurden. Die Berechnungen für die Rohstoffgewinnungsphase  bezogen sich auf 27 Jahre Ertragslage, 2 Jahre Junganlage und 1 Jahr Neuanlage.


Bei der nun überarbeiteten Berechnung der Treibhausgasemissionen für den gesamten Produktlebenszyklus einer 0,75 Liter-Glasflasche Rieslingwein des Staatsweingutes Bad Kreuznach ergeben sich 1,3 kg CO2-Äq (Äquivalente) pro Flasche. Innerhalb der Produktion des Weißweins verursacht die Kühlung während der Gärung deutliche THG-Emissionen durch den Stromverbrauch. 


Die gesamten Treibhausgasemissionen des Spätburgunders (0,75 l Flasche) betragen 1,2 kg CO2-Äq. Der geringere Wert resultiert daraus, dass der Rotwein bei der Gärung nicht gekühlt wird und in dem Weingut eine in anderen Anbauregionen übliche Maischeerhitzung nicht stattfindet.


Ein bedeutender Faktor für das Gesamtergebnis des PCF ist die Rohstoffgewinnung, bei der die Herstellung der Flasche mit 0,3 kg CO2-Äq den größten Beitrag zum Footprint liefert.

Eine Reduktion der Emissionen durch die Herstellung der Flasche in der Rohstoffgewinnungsphase durch Materialeinsparung würde sich aufgrund der Gewichtsreduktion gleichzeitig auf die Vertriebsemissionen auswirken.


Obwohl kein direkter Vergleich vorgenommen worden ist, gibt es Hinweise, dass die Emissionen des Weinbaus regional sehr unterschiedlich sein können. Dies resultiert aus Unterschieden bei der Weinbergsbewirtschaftung (Steillage, Direktzug oder Terrassenanlage) und bei den Produktionsverfahren in der Kellerwirtschaft (Beispiel Maischeerhitzung von Rotwein).

Kurzfassung der PCF-Erhebung DLR Wein (pdf)





Die Kühlung des Weines während der Gärung benötigt viel Energie (Foto: L. Nuphaus)


Footprints für Wein vorgestellt



Rotweintraube (Foto: D. Palmes)

Seminarvorträge jetzt online zugänglich


Der Product Carbon Footprint von Weinen ist abhängig von den Anbaubedingungen, der Bewirtschaf­tungsweise des Weinbergs, der Kellerwirtschaft und den Distributionswegen. Dies belegen die beiden Berechnungen für zwei verschiedene Weine, die bei einem Seminar in Bad Kreuznach vorgestellt wurden.

Besonders die Einweg­glasflaschen, aber auch die Fahrzeugeinsätze im Weinberg und die Kühlung bei der Gärung erwiesen sich als relevante Einflussgrößen. Die Distributionswege der Weine waren ebenfalls unterschiedlich und zeigten besonders bei Überseetransporten einen deutlichen Einfluss.


Die Vorträge des Seminars zum PCF im Weinbau finden Sie hier als pdf-file:


Projektvorstellung PCF-KMU (Prof. Dr. Gerhard Roller)


PCF-Ermittlung im Weinbau (2,8 MB, Desiree Palmes, Christoph Friedrich)


Carbon Footprint aus Sicht der Verbraucher (Prof. Dr. Bernd Steffensen)

 

 

CO2-Emissionsrechner für Wein in der Entwicklung



Vorstellung der PCF-Berechnung beim DLR in Bad Kreuznach

Erster Entwurf für Berechnungstool vorgestellt


Den Entwurf eines Emissionsrechners für Wein stellten Desiree Palmes und Christoph Friedrich am 21. Juni 2012 bei dem Seminar zum Product Carbon Footprint im Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Bad Kreuznach vor. Grundlage für den CO2-Rechner bildeten die ermittelten Daten und Systemgrenzen der im Projekt durchgeführten Studien zur Ermittlung der Treibhausgas-Emissionen eines konventionellen sowie eines ökologisch wirtschaftenden Weinbau-Betriebes. Der Rechner eröffnet interessierten Winzern die Möglichkeit, mit Hilfe eines standardisierten Excel-Tools eigen­ständig die Menge der produktbezogenen Emission von Treibhausgasen für ihre Weine zu ermitteln. Er befindet sich zur Zeit in der Erprobungsphase bei einzelnen Winzerbetrieben.


Das Tool beinhaltet zwei Module. Das Modul 1, „Datenblätter zur Erhebung des produktbezogenen CO2-Fussabdruckes“, basiert auf zehn erarbeiteten Datenblättern zur Erhebung des Product Carbon Footprint. Es enthält eine entsprechende Ergänzung bzw. Anpassung für den ökologischen Weinanbau. Die Datenblätter sind in einem angepassten druckbaren Format für die betriebseigene Erhebung hinterlegt.

Das Modul 2, „Datenerfassung und Berechnung des CO2-Fussabdruckes“ ist ein elektronisches Tool, das die Erfassung folgender Prozessphasen einer Weinflasche ermöglicht:


  • Rohstoffgewinnung/Herstellung/Transport der Materialien zum Anlegen des Weinbergs

  • Herrichtung und Bewirtschaftung des Weinbergs

  • Rohstoffgewinnung/Herstellung/Transport der Rohstoffe zur Weinherstellung und der Verpackungsmaterialien

  • Weinproduktion in der Kellerwirtschaft

  • Transport des Weins zum Kunden, aufgeschlüsselt nach Vertriebswegen (LKW, Zug, Schiff, Flugzeug)

  • Nutzungsphase durch den Kunden (inkl. Einkaufsfahrt)

  • Entsorgungs- bzw. Recyclingphase

 

Nach Eingabe der erforderlichen Daten der einzelnen Prozessphasen berechnet das Programm für jede Lebenszyklusphase die Treibhausgasfreisetzung, die als CO2-Äquivalente angegeben werden.

Unter folgendem Link wird der CO2-Emissionsrechner in grafischer Form dargestellt.


Vortrag Emissionsrechner Wein (1 MB, pdf)


Der Emissionsrechner ist ein Tool zur CO2-Berechnung im Winzerbetrieb. In einer nun folgende Praxisphase soll er erprobt, ergänzt und optimiert werden.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an

Desiree Palmes, T 06721 409 810,

palmesdes[[at]]fh-bingen.de





Weinherstellung mit Anbau und Ausbau





Anlage (oben) und Bewirtschaftung (Mitte) eines Weinbergs an der Nahe. Pro-Carbon-Wein aus pilztoleranten Rebsorten (unten). Fotos: D. Palmes, L.Nuphaus)

Ermittlung eines PCF im Weinbau

(von der Herrichtung der Weinbergsfläche bis zum fertig abgefüllten Wein)

 

Ziel des Projektes ist es, einen PCF im Bereich Weinbau zu ermitteln. Dabei wird die gesamte Produktionskette von der Herrichtung der Weinbergsfläche über die Rebanpflanzung, die Lese und Kellereiwirtschaft bis hin zur Abfüllung auf Flaschen und die dann folgende Lagerung untersucht und im Ergebnis als PCF zusammenfasst.


Grundlage der Untersuchung ist ein konventioneller Rieslingsanbau des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum in Bad Kreuznach. Anhand einer schon vorhandenen Datengrundlage und in Verbindung mit einer Vielzahl  gesammelter Primärdaten innerhalb des Forschungsprojektes wird ein aussagekräftiges Ergebnis zur insgesamt freigesetzten Treibhausgas-Menge erwartet.


Die Erhebung beginnt mit der Anlage der Weinberges, wobei  neben dem Materialeinsatz auch die Emissionsfreisetzung bei der Weinbergspflege,  beispielsweise verursacht durch die Bodenbearbeitung und den  Einsatz von Dünge-/Pflanzenschutzmitteln, genau untersucht wird.

Die Weinlese wird im Hinblick auf die eingesetzten Arbeitsmittel und die Verarbeitung des Erntegutes, auf den Transport, die Kelterei und Lagerung des Mostes betrachtet.

Als nächste Schritte folgen die Fasslagerung und Gärung, die anschließende Behandlung des jungen Weines vor der Abfüllung in Flaschen sowie die Lagerung des Endproduktes. 


Die Betrachtung innerhalb der Kellerwirtschaft wird für Weiß- und Rotwein separat vorgenommen, da dort oftmals in der Praxis eine unterschiedliche Behandlungen der Maische und des Mostes/Weines gegeben ist.


Die Methodik zur Erhebung des PCF erfolgt auf Grundlage des Entwurfs der ISO Norm 14067. Da sich diese noch im Aufbau befindet, sollen zur weiteren Optimierung Probleme und Schwierigkeiten bei der Ermittlung dokumentiert werden. 


Die Arbeiten werden im Rahmen einer Masterarbeit von Desiree Palmes durchgeführt und vom Institut IESAR der FH Bingen wissenschaftlich begleitet.


Informationen:

Desiree Palmes, T. 06721 919 335  

Ludger Nuphaus, T. 06721 409 814



 

Übertragbarkeit auf weiteren Weinbaubetrieb

Um die Übertragbarkeit der gewonnenen Daten auf andere Weingüter zu untersuchen und den Einfluss einer naturnahen Bewirtschaftung auf den Footprint zu ermitteln, wird ab Februar 2012 eine Erhebung beim Prinz zu Salm- Dalberg´sches Weingut begonnen. Dabei werden im Rahmen einer Bachelorarbeit die Prozesse, Einsatzstoffe und Energiedaten im Weingut erhoben. Hierbei sollen Steilagenanbau, Bodenbewirtschaftung und andere Einsatzstoffe besondere Beachtung finden. Anschließend erfolgt die Berechnung des Product Carbon Footprints. Als Produkt wurde vom Weingut ein Riesling vom Grünschiefer vorgeschlagen. Er wächst in der Lage Felseneck in Wallhausen. 




Prinz Felix zu Salm-Salm (li.) zeigt die Weinbergslagen Felseneck (oben) und Ritterhölle (unten).
 
 
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