Title: Erste Ergebnisse
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Handbuch zur PCF-Erstellung bei KMU verfügbar


 

Ein PCF-Handbuch für die betriebliche Praxis in kleinen und mittleren Unternehmen wurde im Rahmen des Projektes erarbeitet. Ziel des Handbuchs ist es, in die Methode des PCF einzuführen und sie für kleine und mittlere Unternehmen anwendbar zu machen.

Das Handbuch kann als pdf-Datei heruntergeladen werden. Es wird ab März 2014 auch als gedruckte Version im Buchhandel erhältlich sein.


Download Handbuch (pdf, 6 MB)



Düngemittel beeinflussen PCF von Lebensmitteln



Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln im Weinbau
(Foto: D. Palmes)

Der Einfluss von Agrochemikalien auf den Carbon Footprint von landwirtschaftlichen Produkten stand im Mittelpunkt eines Workshops am 09.11.2012 an der Hochschule Darmstadt. Dabei zeigte sich, dass Düngemittel bei den meisten Kulturen eine höhere Freisetzung von klimarelevanten Gasen mit sich bringen als der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Bei bestimmten Kulturen, zum Beispiel beim Tee, Wein oder Obst, kann der Beitrag des Pflanzenschutzes an  den Kohlendioxidäquivalenten jedoch durchaus relevant sein. Mehr ... (pdf, 300 kB)



Weitere Ergebnisse vorgestellt

Anwendungsfragen zur Ermittlung eines Product Carbon Footprints in Betrieben und zur Verbraucher-Kommunikation der Ergebnisse standen beim zweiten Workshop des Forschungsprojekt PFC-KMU in Darmstadt am 17. November 2011 zur Diskussion. Vorgestellt wurden erste Ergebnisse aus der Befragung von Konsumenten sowie aus den PCF-Berechnungen in Unter­nehmen. 




Konkrete Werte angeben ist problematisch (Beispiel Japan)


Umgang mit Labeln, Ökostrom und Landnutzungsänderungen

Die Kennzeichnung von Produkten im Hinblick auf ihre Klimafreundlichkeit kann nach Einschätzung von Carl-Otto Gensch vom Öko-Institut e. V., Freiburg, am besten über ein Leadlabel erfolgen. Hierfür käme zum Beispiel der Blaue Engel für einige Produktgruppen in Frage. Untersuchungen zum Produkt Carbon Footprint (PCF) könnten aber auch zur Entwicklung von Vergabekriterien genutzt werden.

In Bezug auf von Unternehmen selbst erzeugten Strom aus regenerativen Energiequellen, der in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird, muss laut ISO-Entwurf 14067 und des Produkt-Standards des GHG Protocol der nationale Strommix verwendet werden, da es andernfalls zur Doppelzählung kommt. Spezifische Stromprodukte hingegen „müssen“ nach ISO-Vorgaben, bzw. „sollten“ nach Vorgaben des Produkt-Standards des GHG Protocol bei der Berechnung berücksichtigt werden.

Vielfach sind bei PCF im Lebensmittelbereich Auswirkungen auf die Landnutzung relevant. Sie können sehr große Unterschiede im Hinblick auf die CO2 Relevanz aufweisen (z. B. Kakaoanbau in Elfenbeinküste oder in Ghana). Deshalb sind direkte Landnutzungs­ände­rungen, die signifikant zur Emission von Treibhausgasen beitragen, bei der PCF-Ermittlung zu berücksichtigten. Indirekte Landnutzungsänderungen können nach Meinung des Öko-Instituts erheblich sein und sollten zusätzlich ausgewiesen werden.



Empfehlungen für die Erstellung von PCF-Analysen

Als wichtiger Bestandteil einer PCF-Berechnung wird ein Datenherkunftsindex empfohlen, der klar aussagt, welche Daten aus dem Betrieb, aus Datenbanken oder aus der Literatur stammen und welche von anderen Verfahren oder Stoffen abgeleitet wurden. Die Transpa­renz der Datengrundlage sei zentral.

Bedauerlich ist nach Einschätzung von Gensch nach wie vor das Fehlen von Product Category Rules[1] für viele Produkte. Diese Meta-Ebene sollte nach seiner Einschätzung weiter ausgebaut werden.

Er betonte weiter, dass logistische Vorgänge bei Footprint-Berechnungen häufig komplex sind und sich schwer abbilden lassen. Vielfach komme es zu einer systematischen Unterschätzung der CO2-Emissionen, da die Auslastung der Transportmittel zu hoch ange­setzt sei.

Große Unterschiede entstehen bei PCF-Berechnungen durch die Annahme verschiedener Nutzungsprofile. Hier sind besonders die Emissionen aus der zur Nutzungsphase gehörenden Einkaufsfahrten schwer zu bilanzieren. Sie können jedoch einen großen Einfluss auf das erzielte Ergebnis haben. Dies zeigte auch die Berechnung der Footprints für Bier und Mineralwasser, die im Rahmen der Fallbeispiele durchgeführt wurde. Abhängig von den Annahmen zum Anteil der Getränke am gesamten Einkauf sowie zur Transportentfernung variiert die Größe der Carbon Footprints der betrachteten Produkte. Um dies abzubilden, könnten bei Berechnungen unterschiedliche Annahmen zur Menge, zum Anteil am Einkauf sowie zur Entfernung zugrunde gelegt werden. Die Erstellung eines deutschsprachigen Leitfadens wurde angeregt.



[1]  Von Produktforen erarbeitete spezifische Anforderungen (PCR, Product Category Rules) für Produktkategorien. Die PCR für die Umwelt-Produktdeklarationen richten sich nach den Grundsätzen der folgenden internationalen Normen: ISO 14020, ISO 14040, ISO 14025 und ISO 21930.


Kunden sehen sich in der Verantwortung

Die Vorstellungen und Wünsche der Konsumenten haben Prof. Dr. Bernd Steffensen und Bettina von Römer (sofia, Hochschule Darmstadt) im Rahmen von Fokusgruppengesprächen untersucht. Sie stellten fest, dass sich die Bewertung von Produkten bei Konsumenten aus dem ländlichen und städtischen Raum kaum unterscheiden, während die Bewertung bei Verbrauchern unterschiedlichen Alters stärker divergiert.

In den Gesprächen wurden die Präferenzen der Verbraucher hinsichtlich verschiedener Arten von Produktkennzeichnungen abgefragt. Hierbei konnte ein Produkt, das mit einem Footprint-Label versehen war, die befragten Konsumenten weniger überzeugen, als das gleiche Produkt mit einem Balkendiagramm (vgl. Abbildung 1) zur CO2-Freisetzung. 

Bei der Frage, wer die Verantwortung für Produkte und deren Umweltauswirkungen trägt, sahen viele Teilnehmer der Gespräche die Verantwortung eher beim Verbraucher, weniger bei Staat und Politik und auch nicht beim Hersteller/Vermarkter. Detaillierte Information zu den Untersuchungen und deren Ergebnisse finden sich hier.

 





Abb. 1: Label für Fokusgruppen (Quelle: thema1 GmbH, www.pcf-projekt.de)


Rechtliche Aspekten der Kundenkommunikation

Prof. Dr. Gerhard Roller (IESAR, FH Bingen) sah eher einen geringen Nutzen von Fooptprint-Label für Unternehmen. Bessere Wirkungen zeigten ausführliche Informationsangebote, wodurch die Unternehmen ihr Engagement im Umwelt- und Klimaschutz den Verbrauchern vermitteln. Er rät Unternehmen, die Umweltfreundlichkeit von Produkten zu propagieren und PCF als einen Teil davon zu nutzen. Dadurch werde die Glaubwürdigkeit größer.

Grundsätzlich müssen die Aussagen zu Umweltvorteilen von Produkten wahr und belegbar sein. Irreführung muss ausgeschlossen sein, es müsse also der Grund angegeben werden, warum ein Produkt umweltfreundlich ist.

Gerichtliche Entscheidungen zum PCF liegen noch nicht vor. Wird mit dem PCF geworben, muss die zugrunde liegende Methodik dazu haltbar sein. Systemgrenzen und Allokationen müssen klar sein. Rechtlich offen ist, ob es eine Aufklärungspflicht gegenüber dem Verbraucher gibt, wenn andere erhebliche Umweltauswirkungen (z.B. auf das Wasser) des bilanzierten Produkts bestehen. Eine generelle Aufklärungspflicht des Produzenten ist zwar nicht vorhanden. Sind aber erhebliche negative Umweltauswirkungen eines Produktes bekannt, die gerade für umweltbewusste Konsumenten kaufentscheidend sein können, dann ist von einer Aufklärungspflicht auszugehen.

 




Klimaschutz als Schutzziel


Ergebnisse aus den Fallbeispielen

Die bisherigen Ergebnisse aus den Fallbeispielen zur PCF-Erhebung stellte Joachim Walter von der Transferstelle für Rationelle und Regenerative Energienutzung Bingen (TSB) vor. Der An- und Ausbau des Weines sowie sein Transport und die Entsorgung der Verpackungsmaterialien verursachen rund 1 kg C02-Emissionäquivalente pro Flasche (0,7l). Bier hingegen, aus einer lokalen Brauerei, schlägt mit rund 270 g pro 0,5 l-Flasche zu Buche. Bei der Untersuchung von lokal vertriebenem Mineralwasser wies die Mehrwegglasflasche weniger Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus auf als die Einweg-PETCYCLE-Flasche. Dabei spielte eine entscheidende Rolle, dass die Rohstoffe der Einwegflasche über lange Transportstrecken angeliefert wurden.

 

Grundsätzlich, so Walter, ist eine Bestandsaufnahmen vor Ort bei den Unternehmen nötig. Die Firmen müssen im Rahmen der Erhebungen für einen PCF Ansprechpartner zuordnen und Zeit einräumen. Zudem müssen die Arbeiten im Unternehmen kommuniziert werden. Als Problem wurde häufig die Abfrage von Daten bei Zulieferern festgestellt. Dieser Kontakt ist nötig, allerdings befürchten die Zulieferer teilweise Bedenken, dass die die Daten in falsche Hände gelangen könnten. Für die PCF-Berechnung ist die Nutzung von Datenbanken, wie Ecoinvent, Gemis, Probas u. a. unumgänglich. Leider finden sich nach Meinung der Bearbeiterinnen der Fallbeispiele bei der eher technisch orientierten Datenbank von Ecoinvent vielfach mehrere Werte für bestimmte Materialien. Die Daten für landwirtschaftliche Produkte sind hingegen noch eher als lückenhaft zu bezeichnen.

 




Mineralwasserflaschen im Vergleich


Prüfung sinnvoll

Nach Ansicht von Dr. Scharpenberg (TÜV Süd) hat die Prüfung der PCF-Ermittlung durch Dritte viele Vorteile: Sie ermöglicht eine bessere Berichterstattung und die Korrektur von Fehlern. Somit würden die Glaubwürdigkeit und die Position gegenüber Abnehmern und Kunden sowie gegenüber Banken und Versicherungen gestärkt.



Weitere Ergebnisse aus Konsumentenbefragung

Vorab-Informationen verbessern die Nachvollzíehbarkeit 

November 2011

Die bereits im letzten Newsletter angekündigten Diskussionsrunden mit Konsumenten in der „Weinstadt“ Bingen wurden Anfang Oktober durchgeführt. Die Tauglichkeit der Methode „Fokusgruppe“ hat sich für unser Vorhaben auch in der zweiten Phase der empirischen Untersuchung bestätigt. Für Bingen haben wir uns entschieden, weil die Stadt im Vergleich zu Darmstadt eine deutlich ländlichere Prägung aufweist. Während Darmstadt eindeutig zum Ballungsraum Rhein-Main zählt, weist Bingen eher eine Randlage auf und ist als Übergang in den ländlichen Raum zu sehen. Dies zeigt sich unter anderem an der auch in den Fokusgruppen immer wieder durchscheinenden hohen Bedeutung des Weinbaus für die Region. Hintergrund für den Ortswechsel war die Frage, ob sich lokale Unterschiede im Konsumverhalten der Verbraucher zeigen und wenn ja, welche? 

Bezogen auf das Konsumverhalten konnten wir keine Unterschiede zwischen den Teilnehmern unserer Diskussionsrunden in Darmstadt und Bingen feststellen. Wesentlich prägnanter waren Unterschiede, die sich auf das Alter der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zurückführen lassen. Während die TeilnehmerInnen an unseren Diskussionsrunden in Darmstadt ein Durchschnittsalter von 30-40 Jahren aufwiesen, lag dieses bei den Binger Fokusgruppen mit 45-60 Jahren deutlich höher. 

Ein wesentlicher Grund für die auffällige Altersdifferenz liegt vermutlich in der unterschiedlichen „Rekrutierungsweise“, die in Darmstadt bzw. Bingen genutzt wurde: In Darmstadt wurde eine Stichprobe über das Einwohnermeldeamt gezogen, um potentielle Teilnehmer anzuschreiben. In Bingen erfolgte die Zufallsauswahl über eine Stichprobe mittels Telefonbuch. Der sehr abweichende Altersdurchschnitt verdeutlicht, dass gerade jüngere Menschen zunehmend weniger einen Festnetzanschluss nutzen und damit nur bedingt im Telefonbuch verzeichnet sind. Insgesamt betrachtet gibt die Gesamtheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den sechs Fokusgruppendiskussionen allerdings einen guten Querschnitt durch die Gruppe der Konsumenten.

 Durch die Altersdifferenz ergaben sich deutlich unterschiedliche Diskussionsschwerpunkte und Auseinandersetzungen mit der CO2-Thematik. Während die Generation zwischen 20–50 Jahre diese als „Problem“ im Sinne von Umweltbelastung allgemein wahrnimmt – nicht unbedingt bezogen auf Konsumprodukte – sagen Menschen der Generation 50+ häufiger, dass sie diese Thematik nicht „so“ relevant finden. Ein Beispiel: „…mit zunehmenden Alter neigt man ja auch dazu zu sagen: ach Gott, das muss ich mir ja nicht auch noch antun…“

 Hauptinformationsquelle der  Generation 50+ stellen Tageszeitung und Fernsehen dar, während sich darunterliegende Altersgruppen häufiger auf das Internet als Informationsmedium beziehen[1].

 Es gibt aber auch Themen, die „generationsübergreifend“ thematisiert werden, z:B. das „Labeling“ im Allgemeinen. Hier reicht das Spektrum von „...ich halte von den ganzen Labels gar nichts…“ bis „Finde ich richtig gut, das Bio-Siegel…“ mit allen möglichen Abstufungen dazwischen. Auch in Bezug auf „Vertrauen“ in Labels kann kein „alterspezifischer“  Unterschied ausgemacht werden. Viele gehen spontan davon aus, dass der ihnen unbekannte CO2-Fußabdruck (Label) eine geschickte Marketingstrategie darstellt: „Die wollen, dass ich immer wieder diesen Kaffee kaufe, um das zu verfolgen“ (… die schrittweise Reduktion der CO2 – Produktion). Manche sehen es aber auch als „Effekthascherei“, wie sich ein Teilnehmer ausdrückte.

 Auffällig ist, und das gilt für beide Untersuchungsphasen, dass zum Ende der Diskussionsrunden fast alle TeilnehmerInnen sagen, dass sie etwas gelernt hätten und sie das Thema, nachdem sie diese Hintergrundinformationen erhalten haben, „eigentlich doch sehr interessant und wichtig“ fänden – „…jetzt kann ich was damit anfangen“. 

Wir stellen auch nach der 2. Phase der Fokusgruppen fest, dass flankierende Informationsmaßnahmen zum CO2–Fußabdruck notwendig sind, um die Konsumenten mitzunehmen. Ein Fokusgruppen-Teilnehmer brachte es treffend auf den Punkt:  „Etwas, das ganz wichtig ist, ist die Nachvollziehbarkeit.(…) Wenn ich vorab diese Information habe, dann ist es nachvollziehbar, dann kann ich mir mit diesem Background wiederum so ein Logo eher auf der Verpackung vorstellen. Weil ich einen gewissen Grund sehe, warum das da drauf steht. Aber: Dann muss so etwas vorher bekannt sein, dann funktioniert es.“


<//font>[1] Einen gut lesbaren und praxisnahen Überblick über Konsumenten als Zielgruppen geben: Kalka, J.; Allgayer,F. (Hg.): Der Kunde im Fokus – Die wichtigsten Zielgruppen im Überblick: Milieus, Lebenswelten, Konsumenten. Heidelberg, 2007.




Blick auf Bingen am Rhein Richtung Mäuseturm (L. Nuphaus)


Drei Fokusgruppen in Darmstadt liefern erste Ergebnisse



Bettina von Römer hält die Stichpunkte fest

August 2011

Ein wesentlicher Bestandteil des Forschungsprojekts PCF-KMU sind empirische Erhebungen zum Konsumentenverhalten, welche derzeit von der Sonderforschungsgruppe sofia an der Hochschule Darmstadt durchgeführt werden. Anfang Juli wurde der erste Teil der durch Fokusgruppen erhobenen Empirie abgeschlossen. Der Projektplan sieht insgesamt sechs Fokusgruppen-Diskussionen vor; drei davon im großstädtischen Ballungsraum und drei im ländlichen Raum, um zu untersuchen, ob sich Konsumenten für das Thema CO2 in Alltagsprodukten interessieren und wie eine sinnvolle Kommunikation im produktbezogenen Klimaschutz umgesetzt werden kann (z.B. Label oder Internet). 

Die Erhebung im ländlichen Raum wird im September in der Nähe von Bingen durchgeführt.


Fokusgruppen sind eine spezielle Form der moderierten Gruppendiskussion. Ihr Hauptvorteil liegt darin, dass ein sukzessives „Hineinarbeiten“ in das vorgegebene Thema möglich ist. Fokusgruppen bieten sich insbesondere für die Untersuchung von Meinungen (Ansichten/Einstellungen) an. Bei der Untersuchung zum Thema CO2 und Alltagsprodukte – wir haben das Referenzprodukt Kaffee ausgewählt – hat sich diese Methode bewährt. Die TeilnehmerInnen wussten, dass die Diskussion im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung stattfindet und dass sie über Produktinformationen und Konsumenteninteressen sprechen werden. Auf den Zusammenhang mit CO2 und Klimaproblematik wurde vorab nicht hingewiesen, um sicher zu stellen, dass keine zusätzlichen Informationen eingeholt wurden. So konnte - trotz insgesamt sehr unterschiedlichen Diskussionsverläufen - bei allen drei Diskussionsgruppen festgestellt werden, dass das Thema „CO2 und Konsumprodukte“ noch nicht bei den Verbrauchern angekommen ist. Um den Product Carbon Fooptprint (PCF) erfolgreich als Produktkennzeichnung auszuweisen, wird noch Informations- und Aufklärungsarbeit im Vorfeld nötig sein. Der für die Gruppendiskussion gewählte Einstieg, der ein zunehmendes Heranführen und Auffächern der Gesamtthematik vorsah, zeigte, dass durchaus ein Nährboden vorhanden war, um mit gut aufbereiteten Informationen zur CO2-Thematik Kunden zu interessieren.

 

Bei der Frage nach „CO2-gelabelten“- Produkten, ja oder nein, war eine „Polarisierung“ festzustellen: Auf der einen Seite die Ablehnung eines „weiteren Labels“ mit der Begründung, dass es bereits im Bio- und Öko-Bereich sehr viele unterschiedliche „Siegel“ gäbe, die inzwischen mehr zur Verwirrung als zur Aufklärung beitrügen. Auf der anderen Seite diejenigen, die sagen: Ein Label ist gut, aber nur, wenn es von einer unabhängigen Instanz vergeben wird. In allen drei Diskussionsrunden konnten wir feststellen, dass sich ein tief sitzendes Misstrauen gegenüber Labeln zeigt. Sofort wird der Zusammenhang zu bestehenden Umwelt- und Biosiegeln hergestellt und darauf hingewiesen, dass es „Biosiegel“ 1. und 2. Klasse gäbe, weil inzwischen die Discounter auch viele Produkte mit dem EU- Ökolabel verkauften. Die TeilnehmerInnen fragten sich: „Ist das dann wirklich alles Bio?“.

 

Bei den Fragen, die auf das bestehende Informationsbedürfnis der Verbraucher zielten, konnten wir eine hohe Divergenz feststellen: Wie schon bei ähnlich gelagerten Untersuchungen konnten wir auch diesmal sehen: Viele wollen zwar aussagekräftige Informationen zum Produkt, sind aber nicht bereit, viel Zeit in die Suche zu investieren. Für diese Konsumenten ist ein „vertrauenswürdiges Label“ oder aber ein Laden, dem sie ihr Vertrauen schenken, das Ideale (der Anbieter sollte mit seinem guten Namen bürgen). Immer wieder wurde quer durch alle Gruppen zum einen auf die „Ampel“ verwiesen (und es überwiegend auch bedauert, dass diese sich nicht durchsetzen konnte) und zum anderen auf das Energieeffizienzlabel, die beide für ausgesprochen hilfreich erachtet wurden. Es gibt aber auch TeilnehmerInnen, die ausführlichere Produktinformationen wünschen und die bereit sind, z.B. einem Link ins Internet zu folgen und gezielt nachlesen – zumindest bei Produkten, die für ihren täglichen Bedarf wichtig sind.

 

Ein Aspekt, der sich durch die gesamte Diskussion zog, darf aber nicht vergessen werden: Der Preis. Die Aussage eines Teilnehmers dazu kann als „Fazit“ gewertet werden: „Mein Interesse an klimafreundlichen Produkten fällt und steigt mit meinem Kontostand …, ich muss es mir halt auch leisten können“.


Ansprechpartnerin: Bettina von Römer,  Tel. 06151 - 16 8746



Weitere Ergebnisse sind hier im Herbst 2011 zu finden.






Diskutierte Aspekte in einer Fokusgruppe


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